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Ludwig-Eugen Vogt

.....sei der Welt ein Geschenk.....

vintage & best ofs

 

 

 

 

„Hagakure….zähle nicht auf Loyalität“

 

 

 

Gesamtausgabe

Bestehend aus:

 

Band I. Work smarter…not harder

Band II. Geisterschiff Justiz

Band III. Die Wasserträger des Systems

 

 

BAND I.

 

 

Work smarter….

Not harder….

 

 

Inhaltsangabe

 

Die Bewusstseinserweiterung

 

Die Epigonen deren Strategem und Selbstbildnis

 

Erfolgsstory & Verkaufs Push - wie man aus Abfall Kompott macht

 

Neid & Missgunst: Genesis einer Rechtsbeugung vom Allerfeinsten

 

Der tanzende Derwisch - wie man Gold zu Stroh verarbeitet

 

Insolvenzverwalterin von Scientology „honigblond und dick“

 

Die Bewusstseinserweiterung

 

Auf den ersten Blick könnte man diese plakative Überschrift für abgehoben halten.

Tatsächlich jedoch gibt es im Zusammenspiel zwischen Wirtschaft und nennen wir sie einfach mal selbst ernannte „Hilfsbehörden“, einen unverschämten rechtsfreien Raum.

Dieser neutralisierte Boden gibt den nicht selbst Säenden die legalisierte Möglichkeit das Saatgut der Anderen zu plündern, völlig legal, wirklich?

Wie sollte dies in einem Rechtsstaat darstellbar sein, sagt sich jeder Leser dieser Zeilen und schüttelt mit dem Kopf und sagt zu sich selbst, völlig absurd. Wir sollten jedoch mit der illustren Geschichte um ein typisches deutsches mittelständisches Unternehmen der Backbranche in Bayern ganz weit vorne anfangen.

Welches Setting haben wir da vor uns?

Ein komplett spießiges Umfeld in der bayerischen Provinz?

Nein, wenn es das einmal wäre, schlimmer als das spießige Umfeld ist der Sozialterror, den sich solch ein Unternehmer selbst auferlegt.

Dieser setzt sich zusammen aus 3 wichtigen Faktoren:

der allsonntägliche Alibiaufenthalt in der heiligen Kongregation der Kirche, die Verfügungsmöglichkeit über ein meist großmütiges und überteuertes, geleastes Prestigefahrzeug, und last but not least die obligatorische Unternehmergattin verantwortlich für den elitistisch geprägten Nachwuchs.

Wer es glaubt wird selig!

Diese Leute sind von nur geringer Bildung, von deren sozialer Intelligenz ganz zu schweigen.

Vereint führt diese Formation als Familienverbund ein Unternehmen mit 800 Beschäftigten, denen sie als gottgegebene großzügige Gönner gegenübertreten, wenn auch „clumsy“ und verbal ungeschickt.

Getreu dem Grundsatz, die Leute sollten doch froh sein, wenn sie eine Arbeit haben.

Nun ist es bekanntlich so, dass der mittelständische Unternehmer nicht zwingend von akademischer Subtilität geprägt ist, wofür auch. Hauptsache das Geschäft läuft, und genau mit diesem Statement beginnt der Zündstoff unserer Geschichte.

Sie beginnt damit, dass wir einen Unternehmer vor uns haben, der eigentlich kein Unternehmer ist, und auch besser nie geworden wäre.

Die obszöne Leibesfülle, wie dies bei Schlachtern bis zur Persiflage gereicht, findet man auch beim Bäckermeister.

So sind doch diese Personen nahezu den ganzen Tag damit beschäftigt sich mit Kalorien angereichertes hochkarätiges Hüftgold ins Gesicht zu stopfen.

Pardon für diesen Ausdruck, den es eigentlich nur im amerikanisch/englischen Wortschatz gibt.

Der doch so präzise bezeichnend für diese unästhetischen fressenden Gestalten ist, daß ich ihn rezitieren muss „stuffing junk food into your face all day long“.

Alles in Allem der perfekte Showdown.

Die Bastion eines auffällig überdimensionierten Fahrzeugs hält Platz eins auf der Skala der unumgänglichen Attribute. Der Preis, den unser Unternehmer dafür bereit ist zu bezahlen nimmt einen hohen Stellenwert ein.

Dies wird im Verlaufe dieser kleinen bezeichnenden Episode noch richtig interessant werden, denn selbst wenn unser Bäckerei Magnat seine Rechnungen nicht mehr bezahlen kann, dann reicht es immer noch für sein ach so wichtiges Auto.

Die Geschichte beginnt also ganz vorn mit einem schlichtweg geerbten Unternehmen der Backbranche, zuerst klein, ganz klein und durch geschickte Schachzüge relativ groß geworden in kürzester Zeit.

Man stelle sich einen kleinen Backbetrieb in Oberbayern vor, der in bescheidenen Räumen Backwaren herstellt und plötzlich wird diese kleine Einheit von einem Filialisten benetzt, der schlichtweg 120 Verkaufspunkte abzugeben hat.

Ein Festmahl für alle Beteiligten. Unser einfach gestrickter Unternehmen mit 190 kg „Lebendgewicht“ schaut mit seinen dümmlichen blauen Augen drein und lässt seine kaufmännische Angestellte Hrdlicka die Verhandlung führen.

Klar lässt er seine kaufmännische Angestellte die Verhandlung führen, so ist er kaum dazu in der Lage zusammenhängende Sätze zu formulieren.

Er ist darauf angewiesen, dass andere Personen die Arbeit für ihn machen. Sein mentales Spektrum beschränkt sich auf die Vermengung von Wasser, Hefe und Mehl.

Im Volksmund, die Herstellung von Backwaren genannt.

Eine höchst reduzierte Angelegenheit, aus der dann eine empirische Hürde stilisiert werden soll.

Aber das Unternehmen wuchs an, so folgten Immer mehr Umsatz, ganz viele Ladengeschäfte, und immer mehr Mitarbeiter.

Der Umkehrschluss besteht darin, dass unser Unternehmer von einer Krankheit befallen ist, die eine unheilbare so genannte „Filialitis“ auslöst.

Zusammengefasst nennt man die Summe dieser Symptome des Krankheitsbildes die Großmannssucht.

Unheilbar mit konventionellen Mitteln der Schulmedizin.

Genau an dieser Stelle betreten wir nunmehr das Minenfeld.

Unsere prasselige Unternehmerfamilie beherrscht mit Bravour das stetige Wachstum und glänzt mit Umsatzzahlen, die astronomisch sind und weiter steigen.

Es folgt die Erschließung von fortlaufenden Verkaufspunkten, ohne die Notion der Rendite auch nur vorsichtig zu streifen.

Zeitgleich jedoch fällt reziprok zum steigenden Umsatz der Ertrag des Unternehmens, bis zum Nullpunkt.

Wie stellt man sich dies vor?

Es werden Millionenumsätze generiert und der Cash-Flow wird negativ.

Anders formuliert, umso mehr die Umsatzstatistik klettert, umso weniger Liquidität steht zur Verfügung. Natürlich hat ein mittelständischer Unternehmer dieser Baureihe keine juristische Person vorgeschaltet. Er führt sein Groschengrab mit unzähligen Mitarbeitern und zweistelligen Millionenumsätzen als Einzelunternehmen.

Eine reife Leistung, dies hat den Vorteil für die Gläubiger, dass im Falle des Firmenniedergangs unser Unternehmer flächendeckend mit dem letzten Hosenknopf haftet.

Sei‘s drum!

Unser Fall hier besteht also aus einem kontinuierlich gewachsenen Schuldenberg. Die Proportion des Wachstums der Verbindlichkeiten ließ jedoch nicht die operative Gehirnmasse mitwachsen.

So ist eben die Laune der Natur.

Hinzu gesellt sich eine illustre Familie aus mental deformierten Gestalten mittlerer Kulturgüte, denen die Arroganz angeboren scheint.

Völlig selbstverständlich wackeln die beiden Töchter aus diesem guten Hause dem Beispiel der Eltern folgend gespickt von Dämlichkeit umher.

Wie stellen wir uns diese pittoresken Figuren vor, nun, in wenigen Worten asexuell und komplett unfeminin.

Obwohl es sich um Mädchen der mittleren Altersgruppe handelt ist deren Erscheinungsbild voller Fragezeichen. Natürlich gilt der Grundsatz, keiner macht sich selbst, dies muss man einräumen.

Dann gilt wiederum, jede halbwegs normal ausgerichtete Frau wird ihr Leben lang danach streben aus ihrem Erscheinungsbild das optimale herauszuholen.

Sei es durch textile Additive, sei es durch typbetonte Accessoires, sei es durch dezentes Make-up.

Ganz egal was.

Und genau hier liegt der Schockfaktor, der so bezeichnend für diese Erblinge ist, die aus so gelagerten mental verdrehten mittelständischen Unternehmerfamilien entstammen.

Es handelt sich hierbei um zwei Exemplare von eher maskuliner Betonung, die nun gar nicht in das Bild einer so genannten Unternehmertochter aus dem Münchner Umland passt.

Bisher sprechen wir nur von nahezu völlig unwichtigen Attributen, was wirklich eine weibliche Person ausmacht ist die entwaffnende Nonchalance. Die subjektivierte Fähigkeit geschickt zu kontern ohne das Wort Nein zu benutzen, welches die deutsche Sprache so sehr belastet wie kein anderes Wort.

Also wir nähern uns weiter dem Spektrum einer nicht erfolglosen Unternehmerfamilie.

Personen die zwar durch Mittel aufstreben, auffallen und Beachtung finden, jedoch keinerlei “culture générale“ im geistigen Laufwerk abrufbar haben.

In dieser besonders abstrusen Unternehmerfamilie haben wir wie erwähnt zwei dieser Gestalten, die dann förmlich als Trolls auf die Menschheit losgelassen werden.

Natürlich formt ein Elternhaus.

Und der auch nur mittelmäßig ausgeprägte Intellekt des durch Zufall als Unternehmer angekommenen Ablegers sucht natürlich nach Beispielen und nachahmbaren Rollen.

Ein großes Unternehmen sollte es sein, dem Beispiel anderer folgend ein Imperium der Spitzenklasse.

Unser gütiger Unternehmer hat alles versucht über Jahre den sozialen Aufstieg seiner Familie, und auch Parafamilie durch den Einsatz von wirtschaftlichen Symbolen auszuspielen.

Sein Name ist Alois Gamperl, ein provinzieller Bäckereiunternehmer, angefacht aus der politischen Seite und dazu entschlossen aus seiner Familie ein hoch intellektuelles Firmengebilde zu sozialisieren.

Insgesamt eine schwer umsetzbare Aufgabe, da seine Abkömmlinge von nur schemenhaft unterdurchschnittlicher Geisteskraft sind und den betrieblichen Ablauf des Unternehmens nur erschweren.

 

Wie haben wir uns diesen Alois Gamperl vorzustellen?

Nochmals, als eine imposante Erscheinung, riesengroß mit trübem Blick.

Alles in Allem ein überfressener Kulturbanause ohne Auftreten.

Ohne Auftreten, wirklich ohne Auftreten, das ist hier die Frage?

Die Auftritte eines bis ins obszöne überfressenen Trolls, der eher zufällig, als durch unternehmerische Fertigkeit einem Unternehmen vorsteht können zuweilen als Persiflage mit karrikaturhaftem Wert erscheinen.

Die Mitarbeiter machten sich deshalb über Alois lustig und frötzelten, dass sein IQ wohl eher, so im Originalton, nach Lebendgewicht abzurechnen sei.

Eine wohl unverschämte Metapher, dachte sich unser Protagonist Ernesto Fabri, der als so genannte Zusatzkapazität in das Unternehmen von Alois gerufen wurde.

Eine heikle Situation für Ernesto, der ja nun selbst wie ein verlorener Glücksritter über das Land gezogen kommt. Ernesto war wohl Mitte vierzig, normale Erscheinung, gutbürgerlich im dunkelblauen Anzug.

Alois hatte über eine Agentur in München nach einem Manager gerufen, der für ihn die Kastanien aus dem Feuer holen soll.

Ernesto war genau der Typ durchschnittlicher Erfüllungsgehilfe, der für Geld eben so gut wie alles macht.

Eigentlich wieder mal so ein hilfloser Trottel, der nicht dazu in der Lage ist sein eigenes Unternehmen in den Griff zu bekommen, dachte sich Ernesto, an dem Tag, als er im Unternehmen von Alois begann.

Alle Vorkehrungen waren getroffen, Ernesto bekam einen Vertrag über eine Agentur in München.

Alsdann hatte man ihm ein Zimmer eines nahe gelegenen Hotels in Monstratshausen mit nicht allzu schlechter Küche reserviert.

Ernesto war die Vorhut einer Welle von Veränderungen, die nach und nach die einfältige Welt des fülligen Alois Gamperl durch andere Welten ersetzen sollte.

Alois war in der Tat eine lustige Figur, auf den ersten Blick schaute er recht unbedarft und wirkte rein optisch wie ein zu groß geratener Gartenzwerg.

Stets eine gute Farbe im Gesicht ergab dies einen schönen Kontrast zu den hellen Locken, welche bis auf den Stiernacken fielen. Er wirkte plump, und eben so reduziert war auch seine Sprachausbringung. Am ersten Tag von Ernestos Auftritt als kaufmännischer Leiter versuchte Alois die Führungscrew im Besprechungszimmer zu versammeln.

Es stellte sich eine Runde von Personen ein, die teilweise zwar politisch korrekt gekleidet erschienen, zuweilen waren auch gewerbliche Mitarbeiter in der Runde mit verdreckter Arbeitskluft.

Keiner war pünktlich, was Ernesto sofort störte.

Genau in dieser Woche, als die kaufmännische Assistentin Frau Hrdlicka im Urlaub war, hatte Ernesto seinen ersten Tag.

Ernesto ließ die Ereignisse auf sich zukommen. Als die Runde von knapp 20 Personen nun endlich versammelt war, eröffnete Alois Gamperl wie folgt….

…“Sie alle wissen, dass wir in der letzten Zeit etwas Probleme hatten und das ist auch gar nicht weiter schlimm, da….ja sowieso die Probleme nicht so groß sind…..und….“

Alois Gamperl fuhr monoton fort und es dauerte wohl knapp eine halbe Stunde, bis das Ganze dann zu Ende kam.

 

Ernesto Fabei konnte erstmalig feststellen, dass die gelangweilten Gesichter von zuvor, jetzt nur noch Verunsicherung zum Ausdruck brachten.

 

Nur Verunsicherung darüber, wie ein Firmenchef diesen unstrukturierten Vortrag so rüberbrachte, dass die Mitarbeiter jetzt noch weniger wussten, als eigentlich zuvor.

 

Was also wollte Alois Gamperl in seiner umständlichen Art seinen Mitarbeitern mitteilen?

 

Nichts anderes, als dass er Ernesto Fabri unter Vertrag genommen hat um seine Finanzen in Ordnung zu bringen.

 

Der langweilige Vortrag sollte hier also enden, oh nein, jetzt lernte Ernesto Fabri zum ersten Male Alois Gamperl von seiner echten Seite kennen, dieser fuhr gemächlich fort.

 

Und Sie wissen ja alle, dass meine gesamte Familie dahintersteht, meine Töchter und meine Schwiegersöhne treten in meine Fußtapfen und werden das Unternehmen weiterführen…!

So kam nach einiger Zeit der Verunsicherung endlich Ruhe in den Raum und nun folgten vorsichtige, jedoch fundierte Fragen seitens der Mitarbeiter.

 

Aber Chef, wir haben doch die letzten Monate immer die Löhne zu spät erhalten, das kann doch nicht so weiter gehen, sagte ein Bäckermeister besorgt und nachhaltig.

 

Alois Gamperl entgegnete langsam und monoton…..“das kann so nicht weiter gehen, dafür habe ich doch Herrn Fabri geholt….und zudem sind meine Töchter und meine Schwiegersöhne alle mit im Unternehmen“.

 

Ein anderer Mitarbeiter aus der Logistik meldete sich zu Wort und konterte prompt….bei allem Respekt, Chef, aber Ihre Schwiegersöhne haben ja nun doch so gar keine Ahnung von dem Geschäft und unsere Löhne kommen deswegen nicht früher.

 

Alois Gamperl fing an zu brummeln und meinte, dass man dies dann sehen müsse, was er damit meinte ließ er aber offen.

 

Die Runde löste sich auf und Ernesto war leicht irritiert über soviel Desinteresse einer Unternehmensleitung gegenüber der eigenen Belegschaft.

 

Ernesto begab sich in den für ihn vorgesehenen Raum, setzte sich jedoch bewusst nicht an den Schreibtisch. Dieser Raum wirkte auf ihn wie das gesamte Unternehmen, ein verbrauchter billiger Schreibtisch aus den sechziger Jahren.

 

Schreckliche Räume, in denen man keinen Gedanken fassen konnte, ungereinigte Fenster, ein Computer mit vergilbter Tastatur, wie aus einer anderen Zeit.

 

Oh, Heimatland, welches Desaster!

 

Materialien, die völlig aufgebraucht waren und eine Atmosphäre des atmosphärischen Zeitversatzes versprühten.

 

In diesen Räumen sich zu bewegen bedeutet, dass die Böden unter den Schritten schwingen, es handelt sich dabei nicht um ein wirkliches Bürogebäude.

 

Das Raumkonzept beruhte vielmehr auf einer Anbaulösung.

 

Angestückelt an die Gewerbehalle befand sich eine Art Baucontainer, den Alois Gamperl vor vielen Jahren mietete und an das Gebäude ansetzte. Nun ist es wie bei jeder provisorischen Lösung, sie bleibt für immer bestehen, oder zumindest solange bis eine Globallösung eintreten sollte.

 

Er befragte Alois Gamperl, wieso und wie lange ein sich langsam zersetzendes Provisorium bleiben sollte.

 

Alois Gamperl daraufhin sehr selbstsicher…..“Nur noch solange, bis wir endlich bauen können“.

 

Ernesto wollte es nicht glauben, wovon wollen die denn bauen.

 

Hätten die nicht Schulden ohne Ende und keine Perspektive mehr, dann wäre ich doch gar nicht hierher geholt worden.

 

Zu diesem Zeitpunkt wurde Ernesto zum ersten Male klar, dass hier ein Realitätsdefizit vorliegt, eine pathologische Entfernung aus den Bezugsfeldern, die dazu führte, dass Gamperl langsam aber sicher in seiner Traumwelt landete.

 

Ernesto nannte dies daher die längst versunkene Scheinwelt, ein Phänomen, das nur allzu oft bei gescheiterten Unternehmern zu finden war.

 

Diese Räume waren sehr eng, natürlich waren sie eng, so handelte es sich nur um Barracken….

 

Plötzlich wurde diese Enge kurz gestört, der Blick durch die billige Presspantüre mit Befensterung kündigte eine Mitarbeiterin an.

 

Eine unscheinbare Dame mittleren Alters erschien und stellte sich kurz als Frau Eisenring vor. Sie hielt einen Stapel mit Rechnungen in der Hand und legte diese Ernesto vor.

 

Frau Eisenring fing sofort an, zu erzählen…..“diese Leute sind völlig desinteressiert, wir haben hier Stapel unbezahlter Rechnungen und wir wissen nicht vor und nicht zurück, was wollen Sie denn da machen“….fragte sie eindringlich und suchte den Blickkontakt zu Ernesto.

 

Dieser fasste den Stapel, blätterte eben drüber und tat so als ob es ihn interessierte, ohne wirklich hingesehen zu haben legte er ihn dann vorsichtig auf den Schreibtisch.

 

Er entgegnete Frau Eisenring, dass sie doch wohl eher zurückhaltend sein sollte, es ergibt kein gutes Bild, wenn Sie so über Ihren eigenen Arbeitgeber reden, sagte ihr Ernesto.

 

Der Verdruss war jedoch Frau Eisenring nicht wirklich auszureden und sie hielt daran fest….nächste Woche sind die Gehälter fällig, das interessiert den doch gar nicht.

 

Mit „den“ meinte sie den Firmeninhaber Alois Gamperl.

 

Ernesto hatte alle Probleme sich der Zudringlichkeit zu wehren und antwortete politisch korrekt…

 

…….“Ich kann und werde dies nicht kommentieren“.

 

Aber damit nicht genug, die Diskussion wurde schärfer, Frau Eisenring brachte klar zum Ausdruck, dass sie mit der Unternehmerfamilie abgeschlossen hatte und sagte….denen ist doch egal, was mit den Angestellten passiert, jeder von denen fährt jedes Jahr einen neuen Firmenwagen, die kaufen auf Firmenkosten ein und die Anderen sollen für die arbeiten, wie lange soll das denn noch gehen…?

 

Frau Eisenring war sichtlich mitgerissen, und obwohl ihre Tätigkeit daran hing unterstrich sie gegenüber Ernesto nochmals ganz klar…und jetzt kommen Sie und bringen die Probleme für die in Ordnung, ich gönne denen das nicht!

 

Ernesto wurde ab diesem Moment restlos klar, dass die emotionale Verspannung so groß sein musste, dass es hier keine Arrangements geben konnte.

 

 

Also ein Arrangement zwischen Unternehmensleitung und Mitarbeitern, wie sollte dies aussehen, wenn es ständig an den Gehältern klemmte.

 

Wie auch immer geartet, bat Ernesto die Mitarbeiterin der Buchhaltung darum sämtliche unbezahlten Rechnungen abzulegen.

 

Die Dame befolgte die Anweisung und verließ den Raum kaum lächelnd, wohl eher hämisch.

 

Es wurde Ernesto nach und nach klar, dass er in einem Unternehmen gelandet war, deren Belegschaft nahezu ausnahmslos ihre eigene Geschäftsleitung in Frage stellte.

 

Diese öffentlich ablehnte und vor Dritten lächerlich macht.

 

Ernesto konnte sich nicht entsinnen, jemals in einer Firma gelandet zu sein, wo bereits am Tag des „kick off“ eine leitende Mitarbeiterin ihm erklärte, dass sie einen prospektiven Erfolg der Restrukturierung zum Wohle der Eigentümer ablehnte.

 

So die wörtliche Formulierung…“denen gönn‘ ich das nicht“.

 

Zu diesem Zeitpunkt konnte Ernesto noch nicht nachvollziehen, was zu dieser Haltung führte.

 

Ernesto verschaffte sich einen Überblick und es sah fürchterlich aus.

 

Die Notion längt überfälliger Rechnungen, welche nur einmal vorkämen im Verhältnis zur Begrifflichkeit der Rechnungen mit strategischer Verflechtung machte das gesamte Paket transparenter.

 

Verluste, die aus den so genannten Nichtverkäufen stammten stellten eine schwere Belastung für die Rohstoffverbräuche und nachgelagerten Kosten dar.

 

Das Filialgeschäft einer halbindustriellen Bäckerei analysierend stellt die schlimmste Determinante einmal gebackene Ware war, die in Funktion der Warenbestellung in den Verkaufspunkten landet, dann jedoch nicht verkauft wurde.

 

Dies zu thematisieren ist keine enigmatische Leistung, erfahrungsgemäß werden je nach Produktfamilie zwischen 6 – 8 % nicht verkaufte Ware kalkuliert.

 

Dieser Prozentsatz hat natürlich den Haken, den jeder Prozentsatz hat.

 

Prozent gerechnet wovon?

 

Wo schmerzen die Prozentsätze am Meisten, wo kann kurzfristig eingegriffen werden und wie?

 

Ganz normale Fragestellungen aus dem Tagesgeschäft, die dann in stundenlangen Monologen von Alois Gamperl zerredet wurden……!

 

Ernesto Fabri war innerhalb kürzester Zeit klar geworden, dass wenn überhaupt etwas am Unternehmen zu retten ist, dann ginge dies nur mit der ausgangs finanzierenden Hausbank, sollte dies scheitern….dann?

 

Dann bliebe nur der Weg über die Mitarbeiter, und zwar in aller Offenheit, wie dies schon mehrfach durch Ernesto unter Beweis gestellt wurde.

 

Es folgte eine Zeit der völligen Ratlosigkeit für Ernesto.

 

Es war Standard eben mal die kurzfristig fälligen Rechnungen in eine Übersicht zu verpacken und mit allen Beteiligten eine Ratenzahlung zu verhandeln.

 

Dies ist ein Basisprogramm und stellt keine grosse intellektuelle Übung dar.

 

Dennoch gelang es ihm auf unspektakuläre Weise die Spitze zu kappen.

 

Das heißt im Klartext, dass eine Summe von ungefähr 3 Mio. Euro fällige Rechnungen kurzerhand als Ratenzahlung auf 10 bis 15 Kalendermonate verhandelt wurden.

 

Dies kostete einige Telefonate und etwas Überredungskunst, aber dies gelang Ernesto mit gewohnter Routine, eigentlich ohne großen Aufwand.

 

Das Ergebnis dieser kleinen Entschärfung führte zunächst einmal dazu, dass die Grossbäckerei überhaupt die kommenden Tage weiterarbeiten konnte.

 

Dennoch war und blieb die Verwirrung bei den Mitarbeitern eine echte Katastrophe, und Ernesto Fabri hatte alle Hände voll damit zu tun, sämtliche Beschäftigte bei klarem Verstand zu halten.

 

Er erwähnte bei jeder Gelegenheit, dass egal was auch immer zu passieren drohte die Gehälter sicher stünden.

 

Dies war natürlich gelogen, manches Mal bedurfte es dieser Notlügen.

 

Immer wieder wurde er von den Mitarbeitern gestellt und darauf angesprochen, wie er wohl mit dieser Unternehmerfamilie zu verfahren gedenke?

 

Dabei war dies eine Frage, die sich für Ernesto nicht stellte.

 

Ganz im Gegenteil, durch die demonstrative Abwehrhaltung der Mitarbeiter gegenüber der Unternehmerfamilie war Ernesto immer erneut geschockt und aufgeschreckt.

 

Er sagte zu sich selbst…..“so etwas habe ich in dieser Form noch nie erlebt“.

 

Für Ernesto war nunmehr in diesen ersten Tagen klar, dass durch die Entspannungsmaßnahmen auf der Schuldenseite eine Möglichkeit besteht ein konstruktives Gespräch mit der Bank aufzunehmen.

 

Erfahrungsgemäß war auch nicht darüber hinweg zu sehen, dass wohl der Darlehensverlauf und dessen kleine Knoten den Schluss zuließen, dass eben immer wieder der Kontokorrent strapaziert wurde, um dann eben auch noch mal ein Auto dazu zu leasen…und….noch ein….und!

 

Es ist die Summe all der Anschaffungen, welche nicht im direkten Verhältnis zum Fokus des Geschäftsbetriebs stehen, die nach und nach die Finanzstruktur des Unternehmens aufgeweicht haben.

 

Die Transition in einen Selbstbedienungsladen bis zur Völlerei.

 

Dies fing an mit dem unverdrossenen Einkauf an derben und fetten Wurstwaren und endete mit Sinnlosanschaffungen wie Einbaumöbel im Privatwohnhaus.

 

Aber was sollte das auch schon bedeuten, offensichtlich lebten doch seine Auftraggeber in einer ganz anderen Sphäre. Offen gesagt, war es Ernesto unmöglich auch nur ein vernünftiges Gespräch mit Alois Gamperl zu führen.

 

Ernesto wohnte in Südtirol und war unter der Woche im Hotel in Monstratshausen und dann immer ab Freitagnachmittag unterwegs Richtung Südtirol.

 

Umsatzpush statt Krise

...bill first - argue later...

Von: Ludwig-Eugen Vogt

 

Moderationsleitfaden zur Gestaltung Interaktiver Workshops exemplarisch zur Erreichung von Umsatzplus auf bestehender Fläche durch Mitarbeiter-Befreiung.

Am Beispiel eines Einzelhandels Filialbetriebs, dessen Name aus Gründen der Diskretion hier nicht erwähnt wird.

Sämtliche Inhalte wurden von mir in meiner Funktion als externer Vertragspartner erstellt.

Ich verfüge über die Copyrights.

 

….Arbeitsunterlagen…. “live” aus dem Tagesgeschäft…

 

Eine Entwicklung von einem kumulierten negativen Ertrag ausgehend auf ein positives Ergebnis durch Verkaufsoptimierung.

 

Im Folgenden sind eine Reihe von Sessions als “Live MultiMomentAufnahme” abgebildet, die rasch ermöglichen in die Aufgabenstellung zu gelangen.

 

Ein Minusertrag soll innerhalb einer angemessenen Zeit ausgeglichen werden, ohne jedoch hierfür Millionen zu investieren.

 

Es gilt das Potenzial zu heben, welches in den Mitarbeitern ruht.

Alle Personen, welche vor und nach mir am “Drücker” waren hatten schlechtere Zahlen.

Aus Gründen der Verschwiegenheit und des Respekts werde ich den Namen des Unternehmens nicht erwähnen.

Es geht nicht immer und überall von einer tiefroten Zahl auf ein positives Ergebnis zu gelangen – aber es gelingt durch den “face change” und die gelebten Befreiungsschläge.

Nicht alle beherrschen das – Ich kann es !

Dies hier sind Arbeitskopien aus dem täglichen Geschäft, keine philologische Doktorarbeit oder ein Rechtschreibwettbewerb

 

 

DIESER TITEL WIRD BEI LULU & AMAZON PRINT angeboten

 

…der achte Zwerg hat heute frei…

 

Ludwig-Eugen Vogt

 

 

 

Prolog

 

 

Es gibt Diebe, die nicht bestraft werden und einem doch das Kostbarste stehlen: die Zeit.

Napoleon I.

 

Eine völlig frei erfundene Erzählung aus dem pittoresken Leben des Rechtsanwalts Dr.Samtkragen, der sich jahrelang mit einem gefälschten Examen durch das System manövrierte.

 

Sollte es irgendwo da draussen Koinzidenzen oder anderweitige Ähnlichkeiten mit diesem Heimatroman geben, so wäre dies rein zufällig.

 

Dr. Samtkragen hat seine perfiden Helfer in den Ämtern.

 

…„Beamte“, die sich damit beschäftigen den Kollegen mit Staatsgeldern den Rücken zu decken ...ein Kollege, der ohne Zulassung agiert, was soll’s, dafür ist er ...

 

... doch Kollege ... hüstel ... hüstel ...!!

 

Das ist Alles, was noch von der Bananenrepublik übrig ist:

 

Anwälte mit den unterschiedlichsten Aktionsspektren!

 

Einige davon sogar ohne Zulassung, brauchen sie ja nicht.

 

Die Kollegen sind ja da um zu helfen, Unterlagen zu unterschlagen, oder Sachzusammenhänge zu verfälschen, egal was auch immer, solange nur ordentlich Schaden entsteht, dafür ist das Gesindel da.

 

Manche der lieben Kollegen sind sogar richtige „key-accounter“, wenn es um den Verkauf von „Eiffel-türmen“ geht.

 

Nun, den Eiffelturm in Paris an Touristen aus Dallas oder Chicago zu verkaufen ist nicht allen korrupten Hilfsbeamten und sonstigen „Honorar“-Beutelschneidern gegeben, dafür braucht es eine besondere Spezies, welche nur an bestimmten „Kader-schmieden“ der Nachwuchs-Freislers ausgebildet wer-den ... was sonst?

 

Zudem kommt erschwerend hinzu:

 

Juristen sind sehr mäßige Vertriebsleute, dennoch versuchen manche Provinzanwälte immer wieder den Eiffelturm an amerikanische Touristen zu verkaufen.

 

Das Problem am Handel mit Eiffeltürmen besteht eben darin, dass diese nicht beliebig nachlieferbar sind ..... this stuff doesn’t grow on trees ...

 

Aber noch mal, wo und wie werden diese Schädlinge gezüchtet – anders gefragt: wo legen die Drecksbeamten ihre Engerlinge ab:

 

natürlich nur in einem schlagenden „Corps“, möglichst in einer diesen typisch deutschen mega-spießigen vater-ländisch-katholisch geprägten Universitätsstädte in der Provinz.

 

Katholisch bis aufs Unterhemd rennen die alle jeden Sonntag früh in die Kirche und fallen auf die Knie, erst nach der Messe erfolgt der allsonntägliche Puffbesuch.

 

Diese Einrichtungen sind die geeigneten Biotope für die Aufzucht weiterer Generationen von Blutegeln.

Ob im „heiligen“ Westfalen oder im ebenso „ver-logenen“ Südbaden lautet die Standardfrage ...

 

„Wo sind Sie corporiert“?

 

Klingt wie: ... sind Sie auch schon dem Ku-Klux-Klan beigetreten?

 

Oder sind Sie etwa noch Aspirant, vielleicht jedoch mit bestandenem Lehrgang, also mit 1. Staatsexamina ... nicht wahr?

 

Ich habe mich stets gewundert, wenn ich irgendwo in solch „nationalistische“ realitätsfremde Umtriebe gekommen bin.

 

Man stelle sich vor die Corps-Brüder verweigern Frauen den Zutritt, nein Sie haben richtig gelesen, wir sind nicht in Bagdad oder Teheran, Frauen können keine Mitgliedschaft im „Corps“ stellen.

 

Vielleicht auch besser so, ich hatte ohnehin den Eindruck, dass diese Juristen-Corps einen sehr hinter-fragungswürdigen metaphysischen Bezug zu Frauen haben, so stellte mir doch einmal ein solch’ „eingeseifter“ Jura-Corps-Bruder ganz lebensbejahend seine Verlobte vor, eine Mit-Dreissigerin, die wohl eher verbraucht erschien und so gar kein Flair mehr von Jacky Kennedy hatte, naja, egal.

 

So ist es eben im „Corps“.

 

Und was sagte der Kollege zu der Verlobten des hüsteligen „Kollegen“ ... mein Fräulein, darf ich Ihnen huldigen?

 

Give me a break:

Ich dachte mir, das ist ja zum Lachen, da fährt die Tussi 10 Jahre lang allein in Urlaub, lässt sich von jedem Skilehrer besteigen, hat 25 gescheiterte Beziehungen hinter sich, jeder Touristenführer in der Dom-Rep hat sich daran „gerieben und vergnügt ...“ bis sie dann am Schluss ihren „Volljuristen“ an Land gezogen hat und jetzt kommt der „Altvatter“ und bezeichnet den ver-blassten Feger als „mein Fräulein“ und huldigen will er der auch noch.

 

Ein üblicher Slogan bei den Ku-Klux-Klan Veran-staltungen der „Juristen“ ist der Schrei nach „... irgend-was ... und sei’s Panier“, was die damit meinten, ... who cares or even gives a damn.

 

Mit Paniermehl hat es auch nichts zu tun, sei’s drum.

 

Wird wohl von Banner bzw. „bannière“ kommen, aber egal, wissen die Trottel selber nicht.

 

Alle Versuche diesen Band als „patriotische Denkschrift“ zu verfassen sind gescheitert: ... insbesondere wenn die Post an die irdischen Vertreter der Elite des Abendlandes gelangt, an die Heiligen in „Monaco di Baviere“ ... nicht ohne Grund tituliert als Hauptstadt der Bewegung.

 

Nicht die „Bewegung“ ist damit gemeint, sondern deren geheiligte Nachfolger, im Büssergewand und zarter Stimme den himmlischen Vater auf Knien um Vergebung anflehend ... um dann gleichzeitig den Leuten hinter dem Rücken das Messer ins Kreuz zu rammen ...

 

Amen und Hosianna ... die Heiligen aus dem Morgenlande ...

 

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